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Notarzt und Rettungshundestaffel faszinieren den Nachwuchs

Foto: Siekmann / DRK RM

Hunde, die auf einer Leiter balancieren, eine Käsestraße verputzen und im Anschluss mit ihrer hervorragenden Spürnase Kinder im Wald aufspüren: Die Hundestaffel des DRK aus Kernen kam bei den 20 Kindern der JRK-Erlebnistage fantastisch an. Die Vierbeiner toppten sogar noch den Blick ins Notarzteinsatzfahrzeug. Das Programm an drei Tagen war so üppig, es passte in keinen Notfallrucksack.

Rettungseinsatz und Blutspenden. Auf diese beiden Tätigkeiten wird das DRK auch an Rems und Murr reduziert. Doch das Rote Kreuz bietet mehr, viel mehr. Das merkte der Nachwuchs kürzlich bei den JRK-Erlebnistagen. Die Besichtigung der Waiblinger Rettungswache und der Blick auf die vielen Bildschirme der Integrierten Leistellte, wo pausenlos Anrufe und Notrufe eingehen, beeindruckte die Teilnehmer nachhaltig. Sie waren live dabei, als Rettungswagen und Notarzt alarmiert wurden. Und wenige Minuten später konnten sie sich die Fahrzeuge anschauen. Zwei Mitarbeiter vom Rettungsdienst gaben geduldig Auskunft. „Gehst Du heute zu einem Notfall?“, fragt ein Mädchen. „Natürlich, wenn etwas im Dienst passiert“, antwortet der Retter. Dann zeigen sie, was das Notarzteinsatzfahrzeug alles an Bord hat. Manche Geräte dürfen die Kinder sogar ausprobieren. Sie sind begeistert. Und in diesem Pensum geht es weiter: Mittagessen, Spielplatz in Beschlag nehmen, Pizzabrötchen backen.

Das grandiose Riechorgan der Hunde

Am Dienstag lernen die Kinder spielerisch das DRK kennen, unter anderem beim Memory-Spielen: Rettungsdienst, Jugendrotkreuz, Bereitschaften, Erste Hilfe, Sozialarbeit, Gymnastikkurse und viel mehr. Dann fahren sie endlich zur Hundestaffel. Einen halben Tag sind sie mit den Vierbeinern unterwegs, dürfen streicheln und Fragen stellen. Acht Rettungshunde, einige davon schon in Rente, zeigen, was sie draufhaben. Sie balancieren auf Leitern, gehen über eine Wippe und gehorchen auf Kommando. Die Kinder lernen, wie man mit Hunden umgeht. Und schließlich dürfen sie sich, gemeinsam mit einem Mitglied der Hundestaffel, im Wald verstecken. Die Kinder tauschen Blicke aus. Endlich! Die Retter auf vier Pfoten erhalten den Auftrag, sie zu finden und die Helfer nach und nach zum Versteck zu führen. Manche bellen laut, andere pendeln vom Versteck zu Frauchen und zurück, so oft, bis die Distanz zwischen Retter und Kindern immer kleiner wird. Die Kinder sind beeindruckt und erhalten einen Einblick, wie grandios das Riechorgan der Hunde funktioniert, und wie man es sich für Unfälle zu Nutzen machen kann.

„Das Training tut den Hunden gut, sie werden herausgefordert“

Die Hunde werden hierfür speziell trainiert, müssen Prüfungen ablegen und auch die DRKler sind extra ausgebildet. Mehrmals im Jahr müssen sie ausrücken, wenn Menschen im Land vermisst werden, schildert Heide Wieland den Kindern. Danach wird noch gemeinsam im Wald gegrillt. Sam, Bobby, Smarti und Co. bleiben noch bei den Kindern und sind genauso geduldig wie die Retter: Wenn Don, ein kleiner Münsterländer, mit der Nase und dem Kopf arbeiten kann, ist er zufrieden, beantwortet Susanne alle Fragen. „Das Training tut den Hunden gut, sie werden herausgefordert“, sagt sie. Es wird noch eine Hütte gebaut, die Mädchen verschönern sie mit Moos, dann geht es zurück zur DRK-Zentrale. Jeder darf noch sein eigenes Wappen entwerfen.

Mittwoch hat ein Kind Geburtstag und ist somit so alt, wie der älteste Rettungshund am Vortag. Darauf hatte sich das Geburtstagskind tags zuvor gefreut. Die Mutter hat fleißig gebacken. Nach einer kleinen Feier kommt das Team der „realistischen Notfalldarstellung“ und verpasst den Kindern kleine Wunden – natürlich nur mit Schminke. Beulen und Fingerwunden werden stolz präsentiert. Nicht ohne Grund.

Die klassischen DRK-Themen

Wie behandelt man derlei Verletzungen? Was tue ich nach einem Unfall? Jetzt folgen die klassischen DRK-Themen. Verschiedene Erste-Hilfe-Stationen wurden aufgebaut. Was können bereits Kinder tun? 112 wählen, Notruf abgeben – das wurde explizit eingeübt. Auch Verbände wurden angelegt und mit einer Trage musste ein Dummy sicher durch einen Parcours bugsiert werden. Zur Belohnung gab es zwischendurch Maultaschen und später Obst, eingetaucht im Schokobrunnen. Das ist ein besonderer Obst-Verband. Am Ende bekam jedes Kind noch ein Foto im Rahmen mit netten Botschaften der übrigen Kinder überreicht.

20 Kinder, sieben Betreuerinnen und einige DRK-Experten waren alle zufrieden über diese Tage beim Roten Kreuz. Kein Wunder, dass es viel mehr Anfragen als Plätze gibt. „Ein paar Kinder wollen vielleicht beim Jugendrotkreuz mitmachen“, freut sich DRK-Jugendreferentin Hannah Parchmann. Die Erlebnistage beim DRK: Mehr als Blaulicht, Sirenen – nicht nur wegen des Hundegebells!