In den frühen Morgenstunden am Sonntag unterstützten ehrenamtliche Einsatzkräfte aus dem Rems‑Murr-Kreis eine groß angelegte Evakuierung im Rahmen einer Fliegerbombenentschärfung in Pforzheim. Beteiligt waren die Ortsvereine Sulzbach/Murr, Alfdorf, Kernen und Schorndorf, die jeweils mit einem Krankentransportwagen des Bundes (KTW‑B) sowie qualifiziertem Personal im Einsatz waren.
Bereits gegen 3 Uhr trafen sich die Kräfte an der Messe Stuttgart zur Registrierung, Lageeinweisung und Bildung eines geschlossenen Verbandes für die gemeinsame Anfahrt. Nach der Ankunft im Einsatzraum wurden die Teams im Bereitstellungsraum eingeordnet und erhielten ihre konkreten Einsatzaufträge.
Schwerpunkt des Einsatzes war die Evakuierung von nicht mobilen sowie medizinisch betreuungsbedürftigen Menschen aus dem Gefahrenbereich rund um die Fundstelle der Fliegerbombe. Dazu zählten insbesondere Bewohnerinnen und Bewohner aus Pflege- und Senioreneinrichtungen sowie Personen aus privaten Haushalten. Die Transporte erforderten neben fachlicher Kompetenz vor allem Einfühlungsvermögen, Geduld und eine enge Abstimmung mit Pflegepersonal, Angehörigen und weiteren Einsatzkräften.
Während der Entschärfung standen die Kräfte weiterhin in Bereitschaft, um flexibel auf Veränderungen reagieren und zusätzliche Transporte übernehmen zu können. Nach der erfolgreichen und planmäßigen Entschärfung am Nachmittag begann die schrittweise Rückführung der evakuierten Personen – auch hier mit besonderem Fokus auf Sicherheit und schonende Abläufe.
Insgesamt waren rund 27.000 Menschen von der Evakuierung betroffen, der Sicherheitsradius betrug etwa 1,5 Kilometer. Rund 1.500 Einsatzkräfte aus Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen und Katastrophenschutz waren vor Ort im Einsatz. Allein im Bereich des Sanitäts- und Betreuungsdienstes stellte das DRK landesweit zahlreiche Kräfte und Transportkapazitäten, überwiegend getragen vom Ehrenamt.
Die Aufgaben umfassten unter anderem die Einrichtung von Betreuungsstellen, die Sicherstellung der Verpflegung, die Organisation der Unterbringung bettlägeriger Personen sowie die Koordination der Transporte.
Der Einsatz verdeutlicht eindrucksvoll die Bedeutung eines funktionierenden Bevölkerungsschutzes und die Stärke der Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen. Vor allem zeigt er, wie unverzichtbar gut ausgebildete Einsatzkräfte und engagiertes Ehrenamt für die Sicherheit der Bevölkerung sind.
