„Die Hilfsbereitschaft der Menschen in der Region war genauso beeindruckend wie der Zusammenhalt der Blaulicht-Familie im Rems-Murr-Kreis.“ So lautet das Fazit des DRK Rems-Murr nach einem gemeinsamen Kraftakt. Weil Notfallsanitäter Dominik Kunzmann an Blutkrebs erkrankt ist, stellte die DRK-Familie gemeinsam mit der DKMS eine Typisierungsaktion auf die Beine. Nun verkündete das DRK das wichtige Ergebnis. Fast 700 Menschen haben sich neu in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registrieren lassen. Eine überragende Zahl, wie Mitarbeiter der DKMS feststellten.
Seit beinahe zwei Jahrzehnten ist Dominik Kunzmann als Notfallsanitäter im Einsatz, rettet Leben und steht Menschen in ihren schwierigsten Momenten zur Seite. Nun ist er selbst auf Hilfe angewiesen: Der Familienvater ist an Blutkrebs erkrank und seit vielen Wochen in Behandlung. Ihm und vielen weiteren Erkrankten kann eine passende Stammzellenspende das Leben retten. Daher organisierte das DRK in wenigen Wochen gemeinsam mit der DKMS eine Typisierungsaktion, die in der Rettungswache in Backnang stattfand. Im Vorfeld hatten DRK, Freunde und Familie dafür geworben, sich als möglicher Stammzellenspender zu registrieren. Mit Erfolg.
388 ließen in Backnang einen Wangenabstrich machen
„388 Abstriche wurden in Backnang gemacht“, berichtet DRK-Notfallsanitäter Jochen Kehle, der die Aktion für seinen Arbeitskollegen und Freund federführend organisiert hatte. Über die Internetseite der DKMS haben sich außerdem mehr als 300 Menschen als mögliche Spender registrieren lassen. Beide Zahlen seien laut DKMS außergewöhnlich hoch, so Jochen Kehle. Zumal im Bereich des DRK viele Helferinnen und Helfer bereits als mögliche Stammzellenspender registriert sind. „Dass wir fast 700 neue Registrierungen erreichen konnten, ist überragend“, freut sich das Team der DRK-Rettungswache Backnang. Jochen Kehle zeigt sich tief beeindruckt vom außergewöhnlichen Engagement der Kolleginnen und Kollegen im Rettungsdienst – und vor allem von dem starken Zusammenhalt und der Solidarität, mit dem sie Dominik Kunzmann den Rücken stärken – auch organisationsübergreifend.
Jochen Kehle spricht von einem grandiosen Tag, der der Familie von Dominik Kunzmann und dem gesamten DRK-Team viel Energie geliefert hätte. „Von diesen Erfahrungen können wir lange zehren“, freut sich der Notfallsanitäter. Rettungsdienst, Feuerwehr, Malteser, Motorradstaffel des DRK Ludwigsburg, THW, das DRK aus Backnang und Sulzbach sowie viele Ehrenamtliche und weitere Helfer – insgesamt mehr als 60 Menschen – hätten gemeinsam und organisationsübergreifend angepackt. „Wir haben hier an einem Strang gezogen. Der Zusammenhalt der Blaulicht-Familie ist überragend“, so Kehle. Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich Stammzellen zu spenden, liegt laut DKMS bei etwa einem Prozent. „Im besten Fall kann unsere Aktion sieben Menschen das Leben retten“, sagt Jochen Kehle. „Was unser Team für Dominik auf die Beine gestellt hat, ist außergewöhnlich“, sagt DRK-Rettungsdienstleiter Marco Flittner. „Wie selbstverständlich hier angepackt wurde, zeigt mir, wie sehr wir im Rettungsdienst zusammenstehen. Darauf bin ich ehrlich stolz.“
„Die große Beteiligung und Solidarität haben uns sehr beeindruckt“
Mehrere Hundert Besucher kamen zu der Typisierungsaktion in die Rettungswache. Neben dem Wangenabstrich bot das Rahmenprogramm vielfältige Einblicke in die Arbeit der Rettungskräfte: Das Team der DRK-Rettungswache stellte den Alltag in der Notfallrettung vor, während Ehrenamtliche des DRK, des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr bei einer gemeinsamen Fahrzeugschau ihre Arbeit präsentierten. Auch die DRK-Drohnengruppe des DRK Sulzbach engagierte sich und bot Einblicke in ihre Arbeit. Auch Kinderschminken bot das Team an. Für die Besucherinnen und Besucher war ebenfalls bestens gesorgt: Getränke, Wurst, Kuchen und weitere Angebote sorgten für eine familiäre Atmosphäre, die viele Menschen dazu bewegte, mit der ganzen Familie vorbeizukommen und die Aktion zu unterstützen. Weil Dominik Kunzmann großer VfB-Fan ist, hatte auch der Bundesligist die Aktion in den Sozialen Medien angekündigt und war damit vielen Menschen aus der Region gefolgt, um auf die Initiative und die Not derjenigen aufmerksam zu machen, die auf eine Stammzellenspende angewiesen sind.
„Die große Beteiligung und Solidarität haben uns sehr beeindruckt“, freut sich DRK-Geschäftsführer Sven Knödler, der ebenfalls vor Ort war. „Jede einzelne Registrierung kann für einen Menschen den entscheidenden Unterschied ausmachen.“ Das DRK dankt allen, die bei der Aktion dabei waren und die sie im Vorfeld beworben haben.
