Etwa seit einem Dreivierteljahr herrscht auf der Baustelle gegenüber der Rundsporthalle in Waiblingen reger Betrieb. Für rund 40 Millionen Euro entstehen dort nahe der B14 und der B29 die neue Integrierte Leitstelle Rems-Murr als isolierter Bau und nebenan die neue DRK-Rettungswache Waiblingen mit der DRK-Kreisgeschäftsstelle. Das Neubauvorhaben ist ein Meilenstein für die Rettungsinfrastruktur im Raum Waiblingen. Das Jahrhundertprojekt ist eine bewusste Investition in krisensichere Strukturen für den Bevölkerungsschutz im Rems-Murr-Kreis, die von mehreren Partnern finanziert wird.
Die Kosten für die Integrierte Leitstelle, die Rettungswache und die neue DRK-Geschäftsstelle tragen der Rems-Murr-Kreis, der DRK-Kreisverband Rems-Murr e.V., die Krankenkassen und das Land. „Am teuersten wird die Integrierte Leitstelle, da hier modernste Technik, Kommunikationsanlagen und IT-Systeme installiert werden müssen, um rund um die Uhr Einsätze koordinieren zu können. Die Kosten dafür trägt der Landkreis zu 45 Prozent, die übrigen 55 Prozent übernehmen die Krankenkassen“, erklärt Landrat und DRK-Präsident Dr. Richard Sigel. Der dreigeschossige Neubau bietet außerdem Räumlichkeiten für die Arbeit des Führungsstabs der Blaulichtorganisationen, der im Krisenfall gemeinsam mit dem Verwaltungsstab des Landkreises agiert.
Insgesamt 34 Projekte gefördert
Mehr als 5,5 Millionen Euro wird die Rettungswache Waiblingen kosten. Am Freitag erhielt DRK-Kreisgeschäftsführer Sven Knödler im Innenministerium in Stuttgart eine Förderurkunde über knapp 3 Millionen Euro. Die Maßnahme ist Teil eines Investitionspakets von rund 62 Millionen Euro für den Neu-, Um- und Ausbau von Rettungswachen in Baden-Württemberg. Landesweit werden insgesamt 34 Projekte gefördert. Ziel ist es, die Infrastruktur des Rettungsdienstes zu modernisieren, Arbeitsbedingungen zu verbessern und den bestehenden Förderstau abzubauen, so Innenminister Thomas Strobl.
„Die Integrierte Leitstelle und die Rettungswache Waiblingen sind ein unverzichtbarer Pfeiler der Notfallversorgung und sichern täglich schnelle Hilfe für tausende Menschen im Rems-Murr-Kreis“, betont Sven Knödler. Mehr als 5000 Mal öffneten sich 2024 die Tore der Rettungswache Waiblingen und Rettungsmittel rückten aus, nachdem die Disponenten der Integrierten Leitstelle Rems-Murr sie zu einem Notfall alarmiert hatten. In der neuen Fahrzeughalle der Rettungswache finden drei Rettungswagen und zwei Notarzteinsatzfahrzeuge Platz. Der Bau bietet moderne Räumlichkeiten, die den gestiegenen Hygieneanforderungen entsprechen und zusätzliche Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für die rund 40 Einsatzkräfte vor Ort ermöglichen. Dank kurzer Anbindung an das örtliche und überörtliche Straßennetz sowie einer separaten Zufahrt für den Rettungsdienst können die Rettungsmittel schneller ausrücken.
Bestmögliche rettungsdienstliche Versorgung der Bürger
Mit der neuen Integrierten Leitstelle und der Rettungswache wird die bestmögliche rettungsdienstliche Versorgung der Bürger im Landkreis gewährleistet, betonen DRK und Landkreis. Nach Fertigstellung bietet das neue DRK-Zentrum modernste Voraussetzungen für Aus- und Fortbildungen, Rettungsdienst, Leitstelle und den kooperativen Bevölkerungsschutz. Der Katastrophenschutz im Landkreis ist damit für außergewöhnliche Einsatzlagen wie Hochwasser oder eine große Zahl von Verletzten optimal gerüstet. Außerdem schafft das DRK eine moderne Verwaltung.
Der DRK-Landesverband Baden-Württemberg betont, dass es neben der wichtigen Förderung noch weiterer Mittel bedarf: „Um den Rettungsdienst wirklich zukunftsfest zu machen, brauchen wir langfristig die erforderlichen Mittel für den Bau weiterer Rettungswachen, sowie bessere digitale Infrastruktur, KI-Unterstützung in Logistik, Disposition & medizinischer Entscheidungsunterstützung sowie innovative Konzepte, die Einsatzkräfte entlasten und die Versorgungsqualität stärken
Die Förderung ist ein wichtiger Anfang – jetzt gehen wir den Weg gemeinsam weiter."
Das Deutsche Rote Kreuz erbringt rund 75 Prozent des Rettungsdienstes in Baden-Württemberg und trägt mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern maßgeblich zum Bevölkerungs- und Katastrophenschutz bei. Im Rems-Murr-Kreis gibt es DRK-Rettungswachen in Backnang, Fellbach, Murrhardt, Schorndorf, Waiblingen, Welzheim und Winnenden. Der DRK-Kreisverband übernimmt im Landkreis mehr als 93 Prozent des behördlichen Bevölkerungsschutzes. Insgesamt stehen rund 900 spezialisierte Einsatzkräfte des DRK für den Sanitäts- und Betreuungsdienst bereit. Neben den 25 Bundes- und Landesfahrzeugen des behördlichen Bevölkerungsschutzes kann das DRK im Rems-Murr-Kreis zudem auf über 75 eigene Einsatzfahrzeuge zurückgreifen.
