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Resilienz-Zentrum: Ein Bär mit Verband und ein Außerirdischer in Not

Pablo grübelt: Ein Bär mit Rot-Kreuz-Jacke? Der braucht doch keine Hilfe. Aber jeder braucht irgendwann mal Unterstützung in einer Notlage und da ist es gut, wenn man weiß wie das geht. An diesem Samstag lernen und helfen die Kinder viel: Die Bärin Maja mit Rot-Kreuz-Jacke bekommt einen Kopfverband, ein blauer Außerirdischer namens Umpsa wird in die stabile Seitenlage gelegt und seinen Freunden aus den vorgelesenen Geschichten wird auch geholfen. Pablo und 15 andere Kinder waren beim spielerischen Erste-Hilfe-Kurs in Schorndorf wissbegierig. Eine Lektion: Wer anderen helfen will, muss auch an sich selbst denken.

„Hallo, kann ich Dir helfen?“. Diese fünf Worte sind ganz wichtig, vermittelt JRK-Pädagogin Nina Siegle bei diesem Erste-Hilfe-Kurs für Kinder, den das Resilienz-Zentrum des DRK Rems-Murr angeboten hat. Trösten, sich kümmern und auch konkret helfen, sei es mit einem Pflaster oder einem Verband, das können auch Kinder, ermuntert Nina Siegle die 16 jungen Teilnehmer, die sich in Schorndorf getroffen haben. „Erste Hilfe beginnt damit, auf Menschen zuzugehen, die Hilfe brauchen“, sagt sie. Aber eines dürften sie dabei nicht vergessen. 

Auf die eigene Sicherheit achten!

Wer helfen will, müsse zuerst auf sich selbst aufpassen. Nina Siegle macht es anschaulich: „Stellt euch vor, ihr seid im Freibad und seht ein Kind mit einem blutigen Fuß. Was macht ihr?“ Ein Mädchen antwortet: „Ich gucke, ob da Scherben liegen, damit ich mich nicht verletzte.“ Nina Siegle nickt: „Ihr müsst erst einmal gucken, was passiert ist und auf eure eigene Sicherheit achten“, sagt sie. Das gilt auch und vor allem im Straßenverkehr. Das kommt an bei den Kindern. Karl, 8 Jahre, sagt später zu meinem Papa, der ihn abholt. „Wenn ich jemanden helfen will, muss ich auch auf mich selbst aufpassen.“ 

Gemeinsam lernen die Kinder in diesen zwei Stunden viel. Nina Siegle hat ein blaues Stofftier dabei. Es heißt Umpsa. Der Außerirdische ist Hauptfigur in den fünf Kurzgeschichten, die Nina Siegle vorliest. Die blaue Puppe sitzt neben ihr auf dem Stuhl und abwechselnd kümmern sich die Kinder um ihn. Mit Umpsa und Bärin Maja können die Kinder spielen und auch mal einen Verband anbringen. In einer Geschichte stürzt ein Kind und verletzt sich schwer an der Hand. Was können die umstehenden Kinder machen? Gemeinsam gehen sie die Antworten der Kinder durch: Erwachsene suchen, die 112 anrufen, ansprechen und trösten – und dabei natürlich auf die eigene Sicherheit achten. Das bedeute auch, nicht mit fremden Menschen mitzugehen, ruft ihnen Nina Siegle ins Gedächtnis. Sportlich wird es, als die Kinder auf zwei Handy-Hüpf-Teppichen die 112 springen und so lernen, wie sie mit einem Telefon einen Notruf absetzen. 

Warum die Stabile Seitenlage so wichtig ist

Aufregend wird es bei der letzten Geschichte. Darin erlebt Umpsa im Klassenraum, wie die Lehrerin an der Tafel zusammenbricht. „Wenn jemand bewusstlos ist, muss immer jemand die 112 anrufen“, sagt Nina Siegle. Aber sie können mehr tun, sagt sie. Lisa schlägt vor, jemand müsse eine Lehrerin aus einem anderen Klassenzimmer holen. Felix nennt die stabile Seitenlage. Warum ist die so wichtig? „Man kann die Zunge verschlucken“, weiß er. Die Luftröhre müsse frei sein. Genau. Nina Siegle macht es mit Philip Falliano vor. Der Gruppenleiter vom JRK Schorndorf spielt die Lehrkraft in Not, legt sich auf den Boden. Nina Siegle neigt den Kopf nach hinten, überprüft die Atmung. Dann spricht sie von der „K-Regel, die mit Kaktus beginnt“ – die Kinder lachen – und Nina Siegle legt den Arm des JRK-Leiters wie ein großes L neben seinen Kopf. Nun beugt sie sein Knie und dreht ihn auf die Seite. Nach Pflaster und Kopfverband können die Kinder wieder gemeinsam üben. Lisa und Sina sind wieder voller Elan dabei – und sie denken auch an Umpsa. Liebevoll verpassen sie ihm noch ein Pflaster, trösten und bringen ihn in die stabile Seitenlage.

Nach zwei Stunden holen die Eltern ihre Kinder ab. Nina Siegle verteilt Urkunden, Pflasterheftchen und Handzettel mit Informationen über das Jugendrotkreuz im Kreis und vor Ort. An diesem Tag werden wohl auch noch einige Eltern von ihren Kindern in die Stabile Seitenlage gelegt. Karl hat das auf jeden Fall vor. 

Wer Lust auf Erste Hilfe und Spaß in einer netten Gruppe hat, den lädt das DRK herzlich zum Jugendrotkreuz vor Ort ein.

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